corona + Freiheit

  1. Lilli und Corona / Wie einst Lilli Marleen
  2. Das Unwort
  3. Eigenverantwortung
  4. Über das Wenn

L i l l i  u n d  C o r o n a

Die Laterne vor dem großen Tor wird zum Symbol, zu einem Ankerplatz, an dem sich das Paar wieder trifft und hofft, dass die Welt danach noch oder besser wieder in Ordnung ist. ‚… Und steht sie noch davor …‘ ist eine bange Frage, in Tagen, da die Welt in Trümmern liegt.

In Tagen einer Pandemie, Tagen des Stillstands, aber auch Tagen an denen die Opfer abends in Zahlen summiert an uns vorbei rauschen, wissen wir nicht mehr, wie wir bei uns selber unser Mitgefühl artikulieren sollen. Und doch ist die Situation nicht vergleichbar mit der durch’s Land fegenden Sense eines totalen Krieges. Verglichen damit sind die Opfer in der Pandemie überschaubar und identifiziert, Wenn man es einmal so verdeutlichen darf, ohne missverstanden zu werden. Es ist heute eine Gewissheit, dass die Laterne noch da stehen wird.

Die Probleme, die in der Entwicklung, der Bildung und persönlichen Entfaltung entstehen sind wie jene, die durch Vereinsamung zur Belastung werden, ohne die in Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft klein zu reden, sehr ernst zu nehmen und bedürfen – entschiedener als bisher – einer ernsthaften und konsequenten Aufarbeitung.

Der Organismus von Staat, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft ist jedoch noch intakt. Dennoch, es gibt viel zu reparieren und zu reanimieren. Doch die, die sich ihr Recht auf ihre „kleinen“ Alltagsfreiheiten in ihren Aktionen ohne Rücksicht auf andere holen wollen, verstoßen gegen das Selbstverständnis unserer staatlichen Gemeinschaft. Und jene, die ihre Situation in der Pandemie jetzt mit jener von 1943 und 1944 zum Beispiel vergleichen wollen, indem sie im Lied über Lilly Marleen leere Biergärten besingen, wissen nichts. Denn die Kriegs- und Schreckensnachrichten, die täglich über unsere Monitore Laufen und unsere Zeitungen füllen, stumpfen ab.

Im Krieg traf es jeden, im Krieg traf jeden der Mangel an Konsumgütern vor allem aber der am täglich Brot! Wer sich heute wegen verschlossener Biergärten und Restaurants bei üppigster Versorgungslage mit den Kriegskindern und -eltern gleichstellen will, bedenke einmal deren Situation. Für einen Eindruck davon wie sich dies auch im Alltagsbild niederschlug, sind hier zwei Bezugsberechtigungen beigefügt – eine Kleiderkarte und eine Lebensmittelkarte.

Die Lebensmittelkarte wurde gentzt bis zum Mai 1945, da war der Krieg vorbei.

Die Lebensmittelkarte wurde bis zum Januar 1950, dem sechsten Nachkriegsjahr genutzt. Die Karten für den Februar 1950 wurden dann offensichtlich nicht mehr benötigt.

Grund und Boden

  • Die Bodenpolitik

In deutschen Städten, so war schon immer der Eindruck, geht man nicht gerade umsichtig mit dem Grund und Boden der Bürger um. Denn der Grund gehört der Gemeinschaft der Bürger und nicht Ratsherren und Verwaltungsbeamten — schon gar nicht gehört er in die Hände von Investoren und Wirtschaft. Diese haben meist außer der Gewinnmaximierung keinen Bezug zu der jeweiligen Kommune. Organische Bauplanung sucht man dort selten. Entscheidungen fallen immer wieder isoliert vom Ganzen, und die Objekte bleiben oft Solitäre und zerstören schlimmstenfalls gewachsene Strukturen.
Warum sollte es in der ehemaligen Bundeshauptstadt anders aussehen, in der ein Problemfall dem anderen folgt, in der den Bürgern so manches unverständlich bleibt. Bei der letzten Wahl hat es jetzt – sicher auch deswegen – einen Wandel gegeben. Im Rat Haben die Grünen eine Mehrheit und im Büro des Oberbürgermeisters sitzt eine Politikerin der Grünen. Diese hat dem Redakteur der Mieterzeitung in den Griffel diktiert: Wir brauchen wieder eine aktive Grundstückspolitik und ein abgestimmtes Verwaltungshandeln. Wie konsequent diese Grundstückspolitik und das Handeln der Verwaltung sein werden – wie Gestalt erhaltend, wie erhaltend des Kleinklimas, wie das Gemeinschaftseigentum bewahrend, wie modern — darauf warten die Bürger jetzt.

  • MIETENDECKEL

So ist es also, die Politik schützt die Schwächeren und die Justiz arbeitet dagegen.

Doch beide haben ihre berechtigten Argumente, und wenn die Entscheidungen der Politik bei aller Berechtigung in der Sache die gegebenen Voraussetzungen nicht beachten, sticht natürlich die Karte der Justiz.

Es bleibt die dringende Aufgabe der Politik rechtlich abgesicherte und grundgesetzlich abgestimmte Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die Folge eines kassierten Mietendeckels ist aber, die Benachteiligung und weitere Beschädigung der Schwächeren.

Geradezu bizarr ist jedoch, dass Volksvertreter, gegen die, die sie gewählt haben und deren Interessen sie eigentlich vertreten sollten, zu Gunsten von Investoren und Finanzkonzernen vorgehen.

Wir müssen unser System nicht gleich abschaffen, aber wir müssen es fit machen zum Überleben unserer selbst. Daher ist ein revolvere, ein Zurückwälzen auf menschliche Verhältnisse nötig.

Wir können nicht fortgesetzt an den Ausuferungen herumlaborieren und entstandene Schäden beheben. oder viel schlimmer natürliche, humane und gerechte Entwicklungen verbiegen. Ersteres sind Unterstützungen, Entschädigungen oder vorübergehende Aushilfsmaßnahmen. Zum Zweiten sind es Entzug und Benachteiligung.

Wir wollen keine Revolution oder sonstigen Umsturz, es geht um die Anpassung der systemischen Voraussetzungen an eine menschliche, gerechte und harmonische Entfaltung.

Bei unserem Thema Wohnungen lohnt ein Blick auf das Wohnungseigentumsgesetz. Hier sind zum Beispiel Fragen der finanziellen Absicherung durch die Vorgaben für Instandhaltungsrücklagen geregelt.

Das Verhältnis zwischen zum Beispiel Pflegemaßnahmen und indirekter Abschöpfung sowie Gewinn muss gerecht sein und nicht dem freien Gemauschel überlassen bleiben.

Die fortwährend steigenden Mieten sind noch ein Sonderfall. Die Berufung auf marktwirtschaftliche Mechanismen und den Indikator von Angebot und Nachfrage verschleiern die Realität.

Die Mieten werden beim Mieterwechsel wie beim Neubau über dem aktuellen Niveau angesetzt. Damit wird zunächst der Mietspiegel künstlich angehoben. Zum zweiten sind keine Wohnungen mehr zum aktuellen Mietniveau im Angebot. Da sich die Menschen die Mieten nicht leisten können, bleibt die Nachfrage, weil das Angebot verteuert wurde. Irgendwann quetschen die Menschen sich die Miete, die sie sich eigentlich nicht leisten können, ab.

So erzeugt die Wohnungswirtschaft künstlich einen ständigen Mietanstieg, Wobei für Bestandsmieten sowieso die Frage bleibt, wo die Begründung für Mietsteigerungen liegen soll.

Der menschliche Maßstab und erfüllen der Grundbedürfnisse müssen der Maßstab sein und nicht die Gewinnmaximierung

  • Bonn und sein Stadthaus

Werfen wir noch einmal einen Blick auf Bonn. städteplanerisch kommt es irgendwie nicht zur Ruhe. Und damit steht es sicher nicht allein unter den deutschen Städten. Alle Erwartungen richten sich jetzt auf die neue „grüne“ Oberbürgermeisterin.

Residenz- oder Hauptstadt zu sein erlebte die Stadt am Rhein nun zweimal in ihrer Geschichte. Vom sechzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert war Bonn die Residenzstadt der Kölner Kurfürsten.
schon seit dem Mittelalter war Bonn stets auch Wohnsitz der kurfürstlichen Kölner Erzbischöfe. Später vor allem im siebzehnten Jahrhundert musste die Stadt während kriegerischer Auseinandersetzungen immer wieder Einbußen an ihrem Status hinnehmen.
Im aufsteigenden neunzehnten Jahrhundert – nach der Franzosenzeit – mutierte Bonn dann zu einer preußischen Provinzstadt. Daran änderte sich bis in die Jahre nach dem zweiten Weltkrieg im Prinzip nichts.

Mit der Schaffung des Grundgesetzes für eine deutsche Bundesrepublik und der Entstehung eines neuen Staates mit sechzehn Gründungsmitgliedern stellte sich die Frage nach dem Regierungssitz und die einer neuen Hauptstadt.
Die historischen, strukturellen und politischen Bedingungen waren günstig, so dass Bonn erneut eine Bevorzugung durch die Geschichte erlebte und als Hauptstadt und Regierungssitz der jungen Bundesrepublik Deutschland einer rühmlichen Zeit entgegensehen konnte.

Heute im Jahre zweitausendeinundzwanzig sind diese Jahre infolge des Beitritts der mitteldeutschen Länder zum Grundgesetz für eine Bunderepublik Deutschland seit etwa einem Vierteljahrhundert schon wieder Geschichte. Titel und Funktion waren an die vormalige Hauptstadt Berlin übergegangen.

Während Bonn über Jahrhunderte als Residenz glänzen konnte, werden die gut vierzig Jahre als Haupt-stadt im historischen Rückblick wohl eher als eine Übergangsphase nach dem alles vernichtenden Krieg gesehen werden.

Im Jahre neunzehnhundertneunundfünfzig blieb auch Bonn von der nordrheinwestfälischen Gebietsreform nicht unberührt. Die Städte Bad Godesberg, Beul und einige kleinere Gemeinden wurden mit Bonn zusammengelegt. Während Bundeskanzler Konrad Adenauer, der für sein Abgeordnetenmandat im Deutschen Bundestag hier antrat, sein Versprechen für die zusammenwachsenden Städte Bonn und Godesberg ein einheitliches Ortsnetz zu schaffen, um so die Fernwahl wie die Auswärtsgebühren — so etwas gab es damals — in das Gruselkabinett der Vergangenheit zu verweisen, nicht hat durchsetzen können, war dieses Problem jetzt vom Tisch.

für die so vervielfachte Stadt brauchte man nun auch ein Vielfaches an Verwaltung und diese hatte natürlich erhöhten Platzbedarf.
Also bauen wir uns ein neues Stadthaus. Aus einer weit gestreuten Ausschreibung ging ein Sieger-Entwurf, allseits akzeptiert, hervor. Unter dem heftigen Protest von Bonner bürgern wurde ein ganzes Viertel mit Gründerzeithäusern abgerissen und ein architektonisch durchdachter strukturell reizvoller Bau mit einer schönen Fassade hochgezogen. Die Kunst am Bau steuerte der Bildhauer Schoeller mit einer ausdrucksstarken kinetischen Plastik bei, die sich in dem Luftraum vor dem Neubau hocharbeitet.

Sechzig Jahre später, die Fassadenverkleidung ist wegen Materialermüdung schon weg, stellen neue Arbeitsabläufe des IT-Zeitalters sicher auch andere Ansprüche an das „Instrument

“ eines Verwaltungsgebäudes …… aber der Bau sei auch in die Jahre gekommen und irgendwie „baufällig“. Das Bonner Münster dem Stadthaus an der Südseite der früheren Stadtummauerung gefühlt gegenüber steht dort seit sechshundert Jahren. Gerade wurde es fit gemacht für weitere (wieviele?) Jahrhunderte. Das Moderne bringt es hier gerade mal auf sechzig Jahre.

Die Idee an Ort und Stelle nach dem Abriss ein neues Gebäude zu errichten wurde verworfen, was richtig war.

Nun kam eine angeblich so einleuchtende wie angeblich nachhaltige Idee über die Verwaltung — was die Oberbürgermeisterin dazu sagt, ist mir unbekannt:

  1. Das Stadthaus wird abgerissen
  2. An diesem Platz wird kein Neubau errichtet
  3. Die Stadt sucht sich ein geeignetes, möglichst zentral gelegenes Grundstück
  4. Das alte Grundstück wird verkauft – an Investoren natürlich
  5. Dort sollen Neubauten, möglichst Wohnbauten – wenn ich das richtig verstanden habe entstehen
  6. Von dem Verkaufserlös kann die Stadt den Neubau eines Stadthauses finanzieren

Was stimmt hier nicht?

  1. O.K., der Abriss ist wohl nicht mehr zu umgehen. ein positiver Nebeneffekt wäre eine bessere Durchlüftung der unter „stehendem“ Klima leidenden Innenstadt
  2. O.K., Schon aus dem Jahr neunzehnhundertvierundfünfzig gibt es ein Klima-Gutachten der Universität Bonn, das die klimatische Situation in der Stadt eindringlich beschreibt. Ich entsinne mich an Aussagen, dass die Stadt ihr Stadthaus seinerzeit trotz eines Gutachtens in eine Frischluft-schneise gebaut hätte. dies muss recherchiert und gegebenenfalls verifiziert werden. Nachdem kürzlich ein Bürgerbegehren gegen eine Bebauung am Melbbad – auch um die Frischluftzufuhr aus dem Melbtal nicht zu unterbrechen – positiv beschieden wurde, würde jeder neue größere Baukörper am Standort des jetzigen Stadthauses einem Schildbürgerstreich gleichkommen.
  3. O.K. Die Kriterien können aber nicht kritisch genug sein.
  4. Ein Unding. Grund und Boden im Besitz einer Kommune (wie überhaupt der öffentlichen Hand) gehört den Bürgern und kann nicht veräußert werden. Erfreulich, dass diese Gedanken jetzt in Gesetzesplanungen auf Bundesebene einfließen und vor allem auch von der Bonner Oberbürgermeisterin Wörner vertreten werden, wenn ich das richtig verstanden habe. Es darf nur eine Überlassung in einem Pachtverhältnis erfolgen. Darüber hinaus müssen Bestrebungen angeregt werden, Grund und Boden, weil er grundsätzlich Gemeinschaftseigentum ist, vielleicht abgesehen von der persönlichen Nutzung für Wohnzwecke, nicht verkauft werden darf und bei einem Eigentümerwechsel in eine Pacht der Öffentlichen Hand umgewandelt werden muss.
  5. Hierzu gilt, was unter zwei und vier gesagt wurde.
  6. Die Stadt soll ihre Finanzplanung nicht vom Verkauf von „Tafelsilber“ abhängig machen. Außerdem hätte sie auf Dauer die Erlöse aus der Verpachtung.

So wünsche ich der Stadt in allen Bezügen eine weise und nachhaltige Entscheidung — nachhaltig auch in Bezug auf die sozialen und politischen Aspekt.

  • Ergänzung zum Stadthaus:

Am Abriss seines Stadthauses/Rathauses kommt Bonn nun wohl nicht mehr vorbei. Die gesamte „Besatzung“ muss evakuiert und auf die Stadt verteilt werden.

Was ist geschehen? Das Rathaus steht nicht mehr auf sicheren Beinen, die Säulen vor allem im offenen Parkdeck unter dem Hochhaus sind sichtbar marode. Sie brökeln, schwanken und schauen hilflos drein. Hausgemacht soll das Ganze nach neuester Version sein. Der Unterbau habe den jahrzehntelangen Salzkrieg gegen herein gewehten Schnee und gegen Glatteis voll übel genommen.

Bleibt die Hoffnung, dass hier tatsächlich ein Grünbereich entsteht, durch den die Nässe künftig versickern kann, kein Bauriegel die Frischluftschneise erneut versperrt und der nicht zur Bereicherung — gar ausländischer — Investorengruppen beigetragen wird.

„Dafür stehe ich als Bundestagskandidat“

Danach hat der General-Anzeiger Bonn die Direktkandidaten des Wahlbezirks 96, Bundesstadt Bonn, gefragt.

Hier Prof. Hans Neuhoff, AfD:

Dafür stehe ich als Bundestagskandidat:

„Ich kandidiere für die AfD, weil diese sich als einzige Partei dem autoritären linksgrünen Zeitgeist. entgegenstellt und für konservativ-freiheitliche Werte eintritt. Klimarealismus statt Klimareligion, Aussetzung der Asylzuwanderung, eine aktivierende Familienpolitik und die Reform der EU sind meine Anliegen.“

Versuch eines Kommentars:

„autoritärer links-grüner Zeitgeist“

ist populistisch, ist eine bewußt missverständliche Formulierung; sie ist inhaltlich falsch, weil es sich um Politik handelt, die sich in den Versäumnissen der Vergangenheit spiegelt.

Zeitgeist ist keine politische oder gar programmatische Kategorie sondernBeschreibung vorübergehender gesellschaftlicher Verhaltensweisen.

„konservativ freiheitliche Werte“

ist autoritärer rechter Geist, der sich eben nicht für freiheitliche Werte, die diese Bezeichnung verdient haben, einsetzt. Welche Freiheiten und freiheitlichen Errungenschaften würden wohl vielmehr bei Ihrer Regierungsbeteiligung unter den Tisch fallen und nicht Ihrem Maßstab „konservativ“ entsprechend unterdrückt werden?

Da hilft es auch nicht, wenn Ihr Ehrenvorsitzender zur gleichen Zeit versucht im Deutschen Bundestag darzulegen, wie die demokratischen Parteien angeblich die Freiheitsrechte scheibchenweise beschneiden würden. Damit legt er nur dar, dass er das Grundgesetz der Bundesrepublik nicht gelesen oder zumindest nicht verstanden hat. Das demonstrieren dann die Gruppierungen Ihrer rechtsaußen Fans, die die Freiheit der Bürger zur freien Entwicklung ihrer Persönlichkeit mit Eifer einschränken.

„Klimarealismus statt Klimareligion“

welch populistischer Knaller. Natürlich gehen andere Parteien dieses für die Menschheit historische Problem realistisch an. Was Sie mit „Realismus“ meinen vermag ich nicht zu erkennen.

„Aussetzung der Asylzuwanderung“

Einen Vorgang hinter dem bittere Schicksale stehen mit dem Begriff „Aussetzung“ zu verbinden ist zynisch. Natürlich stecken in der Vertreibung und der Flüchtlingsbewegung große Probleme, von denen wir noch nicht wissen, wie wir sie in Zukunft bewältigen wollen und können. Seit Urzeiten gibt es Wanderungsbewegungen, zunächst durch naturbedingte Veränderungen der Lebensbedingungen ausgelöst. Stießen sie auf bewohnbares aber unbewohntes Gebiet, war das ein Glücksfall. Trotzdem konnte es zu Störungen des ökologischen Gleichgewichts kommen (Siehe Mammuts). Je dichter die Besiedelung der Welt wurde, desto mehr wuchsen die Auseinandersetzungen. Siehe Völkerwanderung, deutsche Ostausdehnung, die Eroberung Nord- und Südamerikas durch die Europäer. Es gibt aber genug menschenwürdige Beispiele von der Auswanderung aus Europa bis zur Aufnahme der Gastarbeiter. Heute haben sich die Fluchtbewegungen so ausgewachsen, dass sie drohen uns über den Kopf zu wachsen. Der aufgeklärte Mensch des einundzwanzigsten Jahrhunderts muss dies schließlich zivilisiert und humanistisch lösen. Der Begriff Asylzuwanderung zeugt von ignoranz gegenüber dem, was hier los ist, und aussetzen von Zynismus.

„Aktivierende Familienpolitik“

Was soll das sein?? Man bekommt Furcht vor dem, was sich hinter dieser kryptischen Formel verbirgt.

„Reform der EU“

Dies ist eine nichts sagende Formel, wenn man nicht so manches, was von AfD-Mitgliedern oder aus Ihrer Fan-Gemeinde zu hören ist, dahinter befürchten muss.

MIT DEM AUGE SEHEN, MIT DEM OHR HÖREN – DIE WICHTIGSTEN ORIENTIERUNGSORGANE FÜHREN UNS DURCH DIE WELT. IHR OPERIEREN IST UNS SYNONYM FÜR ABSTRAKTE UND GEISTIGE WELTEN. WIR HABEN DAS OHR AM GESCHEHEN UND DESSEN ZENTRUM IST DAS AUGE.

PHILOSOPHISCH UND VIELLEICHT AUCH EXISTENTIALISTISCH BETRACHTET STEHEN WIR, SIND WIR GEFALLEN IM / IN DAS SEIN, IM IST.

DA STEH ICH NUN UND UM MICH BREITEN SICH RAUM UND ZEIT AUS, IN ALLE RICHTUNGEN UND JE WEITER ENTFERNT DESTO UNSCHÄRFER.DAS IST NUN KEINE NEUE ERKENNTNIS, ABER DAS WEB FRAGT MICH DAUERND: ERZÄHL WER DU BIST, SAG WAS DU WILLST! WAS ICH WILL? ICH WILL GEDANKEN ÜBER DEN MENSCHEN, ÜBER DAS LEBEN WIE SPEKULATIONEN ÜBER DAS SEIN ANSTELLEN.

WENN ICH DAS TUE STEHE ICH IMMER IM „ZENTRUM“ DESSEN, WAS UM MICH HERUM IST ZEITLICH WIE RÄUMLICH.MAG ICH AUCH IM SO GENANNTEN ABSEITS STEHEN, FÜR MICH SELBER BEFINDE ICH MICH IM ZENTRUM, IM SO GENANNTEN AUGE, VON WO AUS ICH MIT DEM AUGE UND DEM OHR ZEIT UND RAUM ERFASSE – IM RAHMEN MEINER BEGRENZTEN MÖGLICHKEITEN.

EINST WAR FÜR DEN FRÜHEN MENSCHEN ER SELBER UND SEINE SPEZIES DER MITTELPUNKT der Welt. ERST VIELLEICHT GEFÜHLT UND AUS MANGELNDER ERKENNTNIS UND DANN MIT ZUNEHMENDER ERKENNTNIS VIELLEICHT AUS MANGELNDER VORSTELLUNGSKRAFT. MEHR UND MEHR KONNTEN SICH ZENTRISCHE VORSTELLUNGEN ANGESICHTS NEUER ERKENNTNISSE NICHT HALTEN. HEUTE IST DIES EIGENTLICH KEIN THEMA, UND DOCH FÜHLEN SICH DIE MENSCHEN UNBERECHTIGT DADURCH GEWORFEN UND FLÜCHTEN IN RELIGIONEN, IN DENEN SIE SICH EINEN GOTT SCHAFFEN, FÜR DEN DER MENSCH MITTELPUNKT IST. DIE ZENTRALRÄUME WURDEN ALSO ERKENNTNISBEDINGT IMMER WEITER UND GRÖßER. „UNSER“ UNIVERSUM. SCHWER FÄLLT ES DEM MENSCHEN ZU ERKENNEN, DASS DIESER, UNSER ZENTRALER WELTENPLATZ, OFFENSICHTLICH AUCH NUR TEIL EINES GRÖßEREN GANZEN, EINES MULTIVERSUMS, IST.

PERSÖNLICH-MENSCHLICH, MORALISCH-GESELLSCHAFTLICH, SACHLICH-WISSENSCHAFTLICH WECHSELN SICH „PHILOSOPHISCHE GEDANKEN“ MIT „POETISCHEN GEFÜHLEN“ AB.

DER BEOBACHTER ABER BESCHREIBT SICH DURCH DIESE GEDANKEN UND EMOTIONEN, ANSONSTEN ZIEHT ER SICH INTROVERTIERT UND EIN WENIG AUTISTISCH IN DEN KERN DES AUGES ZURÜCK.