Corona+Freiheit

Über das WENN

Wennder Chef der Liberalen sich im Prinzip dafür ausspricht, im Umgang mit der Corona-Pandemie nicht alles zu gängeln, da sich Dinge auch von selbst einspielen, dann bin ich bei ihm — allerdings aus einer etwas anderen Motivation.

Wenn denn die Umstände danach wären, und wenn denn das Verhalten der Bevölkerung sich ohne Gängelung den Umständen anpassen würde, dann könnte sich selbst der Umgang mit einer Pandemie regulierend einspielen.

Wenn die Bevölkerung der Bundesrepublik, ob nun hinein-geboren oder zu-gewandert, mit den Bedingungen der und den wissenschaftlich fundierten Empfehlungen zur Pandemie sorgsam und empathisch umgehen würde, könnte so manches gehen!

Wenn aber nicht nachdenkende so genannte Querdenker meutern, wenn populistisch aufgeheizte Randalierer randalieren, wenn die ewig Ungläubigen Fakten leugnen, wenn die geborenen Widersacher aggressiv auftreten,

wenn die Ignoranten die Augen verschließen, nicht verstehen, warum man im Treppenhaus eine Maske tragen sollte und weil im Freien kein Maskenzwang besteht dort die große Nähe suchen, dann geht nichts, nichts ohne klare Ansage.

Wenn die lauten Töner — ständig mit den missverstandenen Werten des Grundgesetzes auf den Lippen — sich doch einmal den kategorischen Imperativ des Immanuel Kant ansehen würden!

Wenn jene, die überbordenden Egoismus mit Freiheit verwechseln, doch einmal im Grundgesetz der Bundesrepublik lesen würden! Es genügt schon der Artikel 2, Absatz (1) und (2). Der zweite Satz in Absatz (2) besagt, dass die Freiheit der Person unverletzlich ist. Das ist auch ein oder der Kern dieser Verfassung. Wer ihn aber missinterpretiert und das so, dass der ganze Artikel 2 missachtet wird, tut nichts für seine Freiheit sondern nur etwas gegen die Freiheit der anderen. Statt in der Vielfalt und Vielschichtigkeit unserer Bevölkerung Solidarität zu beweisen.

Wenn wir jetzt am Beginn des zweiten Ballermann-Jahrhunderts stehen, dann denke man daran, was Reisen bedeuten und bringen kann — von alters her, von Humboldt über Goethe bis zum Taugenichts des Joseph von Eichendorff.

Und das erinnert mich an einen Satz eines Majors der NVA, der mir im Interview sagte: Also von Freiheit wurde auch hier (DDR) gesprochen. … Aber Freiheit war eben die Freiheit des Menschen … Dass man jetzt … nicht in der Welt rumfahren konnte, wie man wollte, damit hat man sich abgefunden … (2006). Dieses dachte ich wäre das Missverständnis eines DDR-Beamten. Jetzt weiß ich, dass er nicht allein ist!

Wenn dann noch dem – gerade stolpernden – Gesundheitsminister aus Egoismus, Missgunst oder Verhinderung Knüppel zwischen die Beine und wenn dann der Kanzlerin bei ihrer sachlichen Politik – aus überbrachtem Denken in Kleinstaaterei – Steine vor die Füße geworfen werden, dann wird alles mühselig und breiig. Die Verursacher aber suchen die Situation für sich zu nutzen. Das schadet unserem guten und funktionierenden föderalen System!

Wenn einmal in der Gemeinschaft jeder in Freiheit und mit Empathie mitmachen würde, das wär‘ doch mal was — oder??

RAGNAR                                                                                                                  20. III. 2021